Artillerie

Blide:

Bliden sind mittelalterliche Belagerungsmaschinen. Diese hölzernen Ungetüme wurden vor Burgen in Stellung gebracht und “verschossen” mit bemerkenswerter Genauigkeit mächtige Steinkugeln. Durch die Wucht des Aufpralls barsten die Besfestigungsanlagen.

Das Ungeheuer funktioniert wie eine riesige Wippe: der lange Wurfarm erfährt durch den Fall des schweren, dicht an der Achse montierten Gegengewichts eine enorme Beschleunigung.Ein Seil reißt das Steingeschoss in einem Netz in die Höhe. Die Riesenschleuder öffnet sich am Scheitelpunkt und das Geschoss braust seinem Ziel entgegen.
Begeistert von experimenteller Archäologie hat das Litermontbündnis gemeinsam mit fachlich versierten Helfern am Litermont in monatelanger Arbeit eine Blide nachgebaut.
Das Ungetüm ist sechs Meter hoch, 600 Kilo schwer. Es trägt den schönen Namen ” Die wuchtige Sau “.
Allein der Wurfarm der historischen Maschienerie misst beachtliche 4,50 Meter.
Die Nachbildung der gefürchteten Waffe befördert eine handballgrosse, 2 Kilo schwere Feuerkugel fauchend durch die Luft: mehr als 100 Meter weit fliegt das Geschoss.

 

Loshult-Büchse (Kanone):

Die ältesten Kanone Europas!

 

Die Rekonstruktion der Loshult-Kanone ist im Gegensatz zum bronzenen Original aus Stahl gefertigt. Sie entspricht aber in Größe und Form exakt der historischen Vorlage.

 

Nach einem Jahr aufwendiger Recherche und akribischer Konstruktion kann sich das Ergebnis sehen lassen. Nicht zuletzt auf Grund seiner Detailtreue fasziniert der Nachbau.

 

Das Geschütz in Form einer dickbauchigen, enghalsigen Vase hat eine Länge von ungefähr 30 Zentimeter. Es wird auf einer vierbeinigen Holzlafette fest verzurrt.
Etwa 40 Zentimeter lange hölzerne Pfeile mit eiserner Spitze und Metallflügeln konnten mit dem Original bei mittelalterlichen Fehden verschossen werden.
Bereits 1861 wurde bei Ausgrabungen in Schweden das Original der Kanone entdeckt – bislang das älteste erhaltene Kanonrohr europaweit.
Nach dem Fundort wird das Bronzerohr auch Loshult-Büchse genannt.
Die Pfeilbüchse kam bei der Eltzer Fehde (1331 bis 1336) zum Einsatz. An der Burg Eltz haben Archäologen 1981 einen von der Büchse verschossenen Pfeil gefunden – erster gesicherte Beleg für den Einsatz dieses Waffentyps in Deutschland.

 

Die Pfeilbüchse wurde vom Staatlichen Beschussamt in Ulm geprüft und genehmigt. Das Rohr wurde mit einem vielfachen der üblichen Ladung beschossen und mit dem Schlagstempel der Behörde versehen.

 

Hakenbüchse:

Die Idee entstand beim Besuch im Tholeyer Museum, wo ein Fragment einer Hakenbüchse von der Schaumburg ausgestellt ist.

 

Bei einen Treffen für historische Artillerie in Sachsen­Anhalt wurden die ersten Probeschüsse auf einer gleichartigen Büchse abgefeuert.

 

Unser Nachbau wurde nach Fertigstellung beim Beschussamt im Ulm zur Prüfung vorgelegt. Die historische Feuerwaffe hat dort den Prüfstempel der zuständigen Bundesbehörde bekommen.

 

Diese frühen Feuerwaffen wogen bis 30 Kilo. Der eiserne Haken unter dem Lauf diente dazu die Waffen an den Burgmauern zu fixieren um den enormen Rückstoß aufzufangen. Die Treffsicherheit ließ sehr zu wünschen übrig. Der massive Abschussknall jedoch, das Mündungsfeuer und die Druckwelle verfehlten ihre Wirkung beim Gegner nicht.

 

Unser Nachbau hat ein Kaliber von 25 Millimeter und ein Gewicht von 15 Kilogramm und hört auf den Namen „Die zänkische Magd“.